> Vegetarisch, chiaro - 'Der fliegende Elch'
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> 11|19 coolinaria

"Der fliegende Elch"

Dieses vegetarische Essen heißt im römischen Sprachraum 'Spinaci di Serasole'* und ist in Seefahrerkreisen auch als 'Die Entdeckung von Persien und Italien durch Weißrussland' bekannt.

*Spinat von der Abendsonne


> So. Es kann sich als hilfreich erweisen, während der Zubereitung ausgewählte Wesen in die eigene Gedanken-, Herzens- oder gleich Wohnwelt einzuladen. Wenn immer möglich, verwenden wir natürlich Bio-Zutaten. Hände waschen, Ärmel hochkrempeln, Schürze wer mag, Musik* dito, und auf geht's: Zwiebel- und Knoblauchstücke in Olivenöl andünsten, Kürbisstücke hinzugesellen, mit Weißwein oder Apfelsaft (naturtrüb) ablöschen. Jetzt tritt auch der Spinat dem Club de Coolinaria bei. Zeit für eine kleine Pause.

Peperoni - wenn's nicht so scharf sein soll - entkernen und in Stückchen dem Club beifügen. Pause nach belieben.

Jetzt kommen die Oliven. Schwarz, grün, ungefüllt, gefüllt mit Mandeln, Frischkäse? Je nach Gefühl - oder was der Küchenvorrat gerade zu bieten hat. Pause? Si, chiaro :-)

Kommen wir zum 'fliegenden Elch': Je nach Schnittmuster und Fallschema entwickelt sich der Gorgonzola an der Oberfläche des Topfinhalts zu einem Bild. Experten haben diese Phase beschrieben als: "Wie Bleigießen - nur gesünder."

So. Jetzt können die Gäste kommen, wenn sie nicht ohnehin schon längst da sind und das 'Fest der vielen Sinne' gemeinsam zelebrieren..

Buon Appetito :-)

*Als Beispiel vielleicht: Soundtrack von 'Pane e Tulipani' - siehe auch menüpunkt media


DER KOMMENTAR

Kochkunst mit Perspektive

'Digitalisierung' heißt die derzeitige Universal-Parole. Wie wär's also, 'Spinaci di Serasole' aus dem 3 D-Drucker zu versuchen (vgl. Thermomix)? Oh, das geht gar nicht so einfach? Weil sich Tastsinn, Düfte und Gefühle, die laut aktueller Forschung auch menschliche Wesen mehr beeinflussen als bislang vermutet, nicht so einfach aus dem Hut namens Technologie zaubern lassen? Je nun...

Denn - und das geben wir zu bedenken - bewegen wir uns nicht in einem angebrochenen Jahrtausend, in dem der Verlust von mindestens zwei Sinneswelten erheblich geringer ins Gewicht fallen wird als die Erkenntnis, dass Elche und Rentierschlitten nicht fliegen können?!

Die zukünftigen Aufgaben der Menschheit liegen nun nicht mehr im Warten auf einen Mann, der nie kommen wird. Die Bewohner dieses Planeten müssen aktiv werden, sich wahrnehmen und gernhaben, wie uns schon Samuel Beckett in seiner aus heutiger Sicht geradezu prophetischen Weihnachtskomödie "Warten auf Godot" lehren wollte. Nicht die Existenz eines starken Mannes, der Dinge schon richten wird (für den viele z. B. den Weihnachtsmann oder noch unglaublichere Zeitgenossen halten), sondern ein gemeinsames Ja ist zum derzeitigen Zeitpunkt gefragt. Ein Ja zur Demokratie und ein Ja zum Aufeinanderzugehen im Sinne des Miteinanderlebenwollens, also ein Zusammenwachsen, was zusammen gehört. Denn entstammen wir nicht alle demselben Topf des großen Schöpfers/der großen Schöpferin?

Basta, ich habe fertig.

P.S. Mit Liebe gekocht? Naturalmente...



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