> Universität Göttingen (Foto: Aula) -
unter den 100 besten der Welt
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> 7|07 göttingen

Georg-August-Universität

König Georg V. übergab das - damals neue und heute alte - Auditoriumsgebäude am Weender Tor 1865 feierlich der Universität. Die Fassade schmücken Ganzfiguren und Portraits berühmter Personen, die in Beziehung zur Uni stehen. An der Rückseite wurde 1901 bis 1902 das sogenannte Auditorium Maximum gebaut, ein auch heute noch für Vorlesungen genutzter Hörsaal. Seit 1988 befindet sich im zweiten Stock die Kunstsammlung der Georgia Augusta.

Die traditionsreiche Universität wurde 1734 von Georg dem 2., Kurfürst von Hannover und König von Großbritannien, gegründet und 1737 eröffnet. Lag die Studentenzahl in der Mitte des 18. Jahrhunderts bei rund 600, beträgt sie heute mehr als das 40-fache. Wie an jeder klassischen Universität können alle nichttechnischen Fächer wie die der Geisteswissenschaften, Medizin, Jura, Wirtschaftswissenschaften, evangelische Theologie, Mathematik sowie alle Naturwissenschaften studiert werden.

Zum weltweiten Ansehen von Niedersachsens ältester Universität haben viele hochrangige Gelehrte von Beginn an beigetragen. Ihre erste Blütezeit erlebte die Georgia Augusta folgerichtig bald nach ihrer Eröffnung, als namhafte Akademiker seien stellvertretend erwähnt: der Theologe und Orientalist J. D. Michaelis, die Schriftsteller G. A. Bürger, C. W. Brentano und H. Heine, der Universal-Forscher A. v. Humboldt und sein Bruder W. v. Humboldt (Begründer der gleichnamigen Berliner Universität), der Philosoph A. Schopenhauer sowie die schon erwähnten G. C. Lichtenberg, J. F. Blumenbach und C. F. Gauß.

Frauen als Gasthörerinnen waren in Göttingen erst seit dem Wintersemester 1899 zugelassen, immatrikulieren durften sie sich ab 1908. Schon vor der Erlaubnis zur Habilitation 1918 hatte es in Göttingen Ausnahmen gegeben: so promovierte Dorothea Schlözer schon 1787 als erste deutsche Frau zur Dr. phil.

Während sich Göttingen vor 1933 als "Mekka der Quantenphyik" etabliert hatte, sorgte der Nationalsozialsozialismus auch an der Georgia Augusta für einen Tiefpunkt. Entlassungen "nichtarischer Elemente" und öffentliche Bücherverbrennungen waren die Folge, ein Rücktritt aus Protest des Nobelpreisträgers James Franck wurde von den Akademiker-Kollegen als "Sabotage" bezeichnet. Später standen auch Göttinger Institute im Dienste "kriegswichtiger Forschung". 1957 protestierten 18 namhafte Atomwissenschaftler, darunter Max Born, Otto Hahn und Werner Heisenberg, als Unterzeichner des "Göttinger Manifests" gegen die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen.

In den 60er Jahren erfolgte die notwendige bauliche Erweiterung der Uni, im Nordteil Göttingens entstand mit den Neubauten des Klinikums und weiterer Institute quasi ein eigener Stadtteil. Galt die Georgia Augusta bereits 1950 mit 5.000 Studenten als überfüllt, wurde im Wintersemester 1990/91 die bisherige Rekordmarke von rund 33.000 Immatrikulierten erreicht.

Seit 2003 gehört die Georgia Augusta zu den Stiftungsuniversitäten in Deutschland - und laut Shanghai-Ranking 2006 zu den 100 besten Universitäten der Welt.



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