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Erbsen im Himalaya
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> 1|20 coolinaria

Wenn Kugeln gipfeln

Dieses vegetarische Essen heißt im fremdländischen Sprachraum 'Hummus au Himalaya' und ist in Expertenkreisen auch als 'Die Erstbesteigung des Himalaya durch Kichererbsen' bekannt.

> So. Es kann sich als hilfreich erweisen, während der Zubereitung ausgewählte Wesen in die eigene Gedanken-, Herzens- oder - si, chiaro - Wohnwelt einzuladen. Wenn immer möglich, verwenden wir natürlich Bio-Zutaten. Hände waschen, Ärmel hochkrempeln, Schürze wer mag, Musik* dito, und auf geht's: Zwiebel- und Knoblauchstücke in Olivenöl andünsten, Tomatenteile hinzugesellen, mit Weißwein oder Apfelsaft (naturtrüb) ablöschen. Zeit für eine kleine Pause.

Peperoni - wenn's nicht so scharf sein soll - entkernen und in Stückchen dem Club beifügen. Pause nach belieben.

Jetzt kommen die Kichererbsen. Dazu.

Es ist natürlich wichtig, an diesem Punkt zu erwähnen, dass die Erstbesteigung des Himalaya durch Hülsenfrüchte nur dank zwei später Zutaten ermöglicht wurde: Honig und Senf. Außerdem hat sich die Zugabe von Nüssen und Rosinen - á là 'Studentenfutter' - als hilfreich erwiesen. Zur Abrundung empfiehlt sich ein Spritzer Zitronensaft.

So. Jetzt können die Gäste kommen, wenn sie nicht ohnehin schon längst da sind und das 'Fest der vielen Sinne' gemeinsam zelebrieren...

Buon Appetito :-)

*Als Beispiel vielleicht: 'Spinni' von Hubert v. Goisern & Co. hier


DER KOMMENTAR

Kochkunst mit Perspektive

'Digitalisierung' heißt die derzeitige Universal-Parole. Wie wär's also, 'Hummus au Apex' aus dem 3 D-Drucker zu versuchen (vgl. Thermomix)? Oh, das geht gar nicht so einfach? Weil sich Tastsinn, Düfte und Gefühle, die laut aktueller Forschung auch menschliche Wesen mehr beeinflussen als bislang vermutet, nicht so einfach aus dem Hut namens Technologie zaubern lassen? Je nun...

Denn - und das geben wir zu bedenken - bewegen wir uns nicht in einem angebrochenen Jahrtausend, in dem der Verlust von mindestens zwei Sinneswelten erheblich geringer ins Gewicht fallen wird als die Erkenntnis, dass diverse Hülsenfrüchte nicht klettern können?!

Die zukünftigen Aufgaben der Menschheit liegen nun nicht mehr im Warten auf einen Mann, der nie kommen wird. Die Bewohner dieses Planeten müssen dürfen aktiv werden, sich wahrnehmen und gernhaben, wie uns schon Samuel Beckett in seiner aus heutiger Sicht geradezu prophetischen Weihnachtskomödie "Warten auf Godot" lehren wollte. Nicht die Existenz eines starken Mannes, der Dinge schon richten wird (für den viele z. B. den Weihnachtsmann oder noch unglaublichere Zeitgenossen halten), sondern ein gemeinsames Ja ist zum derzeitigen Zeitpunkt gefragt. Ein Ja zur Demokratie und ein Ja zum Aufeinanderzugehen im Sinne des Miteinanderlebenwollens, also ein Zusammenwachsen, was zusammen gehört. Denn entstammen wir nicht alle demselben Topf der großen Schöpferin/des großen Schöpfers?

P.S. Mit Liebe gekocht? Sempre...



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